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Forschung im Fallturm

Im 145,5 Meter hohen Bremer Fallturm sind Abwürfe aus 110 Metern mit einer Fallzeit von 4,74 Sekunden möglich. Innerhalb des äußeren Betonturmes steht auf einer Höhe von 14 Metern völlig frei die eigentliche stählerne Fallröhre. So hat der Wind kaum eine Chance, die Experimente zu beeinflussen und Versuchsreihen sind selbst bei typischem Bremer Wetter durchführbar.

Pro Tag sind bis zu drei Abwürfe möglich. Und die laufen so ab:

Eine Seilwinde zieht die Fallkapsel auf eine Höhe von 120 Metern. Danach wird die Fallröhre druckdicht verschlossen. Um aerodynamische Widerstandskräfte zu minimieren, saugen Pumpen die Luft aus dem 1700 Kubikmeter großen Fallrohr. Vom Kontrollraum aus klinken Wissenschaftler nach der 90-minütigen Evakuierung bei einem Restdruck von 10 Pa (1 Pa = 10-5 bar) die Kapsel aus. Während des freien Falls wird eine Mikrogravitationsqualität von 10-6 g nachgewiesen. Diese ausgezeichnete Schwerelosigkeit übertrifft die von bemannten orbitalen Raumschiffen um ein Vielfaches. Mit einer Endgeschwindigkeit von 167 km/h wird die Fallkapsel von feinen Styroporkugeln abgebremst.